Führung braucht ein neues Rollenverständnis

Das Rollenverständnis von Führungskräften ändert sich

Vor kurzem habe ich einen interessanten Artikel von Ralf Schneider, dem CIO der Allianz gelesen. Der oberste IT-Verantwortlich des Dax-Konzerns geht davon aus, dass in fünf Jahren in jeder Organisation das Management ein anderes Rollenverständnis haben wird. Weg von dem klassischen Verständnis der Management-Aufgabe, Entscheidungen zu treffen und die Ausführung zu überwachen hinzu offeneren Strukturen mit autonomen, effektiven und sich selbstorganisierenden Teams.

Das ist in der schon seit einigen Jahren laufenden Diskussion um Digitalisierung und Agilität natürlich kein neuer Gedanke. Aber nehmen wir mal an, dass tatsächlich in fünf Jahren dieser Change stattgefunden hat. In dem Raum-Zeit-Kontinuum von Unternehmen ist das praktisch übermorgen. Und was, wenn die aktuelle konjunkturelle Schwäche diesen Prozess noch beschleunigt?

Ohne Frage hat das Prinzip der Führung durch Ansage und Kontrolle über viele Jahrzehnte gut funktioniert. Jedes Unternehmen hat (mehr oder weniger) gut funktionierende Prozesse, die alles regeln. Das war ein echtes Erfolgsmodell – nur leider in einer Zeit, in der die Welt noch deutlich weniger komplex und alles auf Wachstum programmiert war.

Die schöne Ordnung hat allerdings einen gravierenden Nachteil: die Strukturen sind starr, langsam und wenig flexibel. Und wie sich jetzt zeigt, auch nur sehr langsam zu verändern. Es reicht eben nicht, punktuell Strukturen zu öffnen, Agilitäts-Workshops zu veranstalten oder New-Work-Konzepte umzusetzen.

Rollenverständnis muss sich ändern

Der entscheidende Erfolgsfaktor sind die Führungskräfte auf allen Ebenen, die in Zukunft viel mehr leisten müssen, als Anweisungen zu geben! Tatsächlich muss sich das Rollenverständnis grundlegend ändern.

Kaum jemand wird in Frage stellen, dass es für fast alle Unternehmen darauf ankommt, wie schnell und flexibel sie sich an die neuen Bedingungen anpassen können. Ich bin davon überzeugt, dass die Veränderungsgeschwindigkeit noch zunehmen wird. Die guten alten Zeiten sind definitiv vorbei.

Doch um wirklich agil zu sein, braucht es mehr als rote Turnschuhe, eine Duz-Kultur und agile Insellösungen in IT- und Innovationsabteilungen. Agilität wird nur funktionieren, wenn man mehr Autonomie gibt. Für die Teams genauso wie für jeden einzelnen Menschen.

Das kann nicht funktionieren? Ich stimme Ihnen zu, das ist für viele Menschen schwer vorstellbar. Aber Autonomie bedeutet ja nicht Chaos. Führung bedeutet, Orientierungsrahmen zu schaffen, innerhalb dessen jeder einzelne Mitarbeiter und eben auch alle Teams selbstorganisiert ihre Arbeit machen, Aufgaben erfüllen und Ziele erreichen. Und dazu müssen wir Führungskräfte sie befähigen.

Auf die Kommunikation kommt es an

Das neue Verständnis von Führung verlangt ein anderes Skillset als es in der Vergangenheit gefordert war. Die sogenannten Soft Skills bekommen immer mehr Bedeutung, allen voran gute Kommunikationsfähigkeiten. Doch gerade hier klemmt es viel zu oft.

Klar, kommunizieren kann jeder. Aber die Anforderungen sind hoch. Kommunizieren Sie wirklich in Ihrem beruflichen Umfeld wirkungsvoll und erfolgreich?

Führungskräfte werden oft allein gelassen. Sie wissen dann nicht, was sie kommunizieren dürfen, was sie kommunizieren müssen und was die Mitarbeiter erwarten und brauchen. Das sind natürlich nicht die besten Voraussetzungen für eine gute Kommunikation.

Es gibt aber auch noch einen anderen Aspekt – Ihren Mindset. Wenn Sie mal kurz in sich gehen: Sind Sie sich immer darüber im Klaren, warum sie kommunizieren wollen? Was Ihr Ziel ist? Oder geht Ihnen das alles im Grunde gegen den Strich?

Für gute Führung und Kommunikation brauchen Sie den entsprechenden Mindset. Wenn die Führungsprinzipien Ihres Unternehmens nicht Ihren Vorstellungen und Überzeugungen entsprechen, wird es für Sie schwierig, diese Anforderungen zu erfüllen.

In diesen Situationen sind Kommunikationsseminare nur bedingt hilfreich. Letztlich optimieren Sie dort nur Fähigkeiten und lernen vielleicht neue Tools kennen. Viel wichtiger wäre aus meiner Sicht aber, dass Sie sich Ihrer versteckten Überzeugungen und Ihrer Einstellung bewusst werden. Denn nur so werden Sie authentisch führen und kommunizieren.

Wenn Sie Ihre berufliche Kommunikation wirklich verbessern wollen, schreiben Sie mir. Ich unterstütze Sie gerne.

Related Posts