Wie Sie Konflikte besser meistern

Konflikte sind unvermeidbar. Aber wie gehen Sie damit um?

Früher oder später muss jeder von uns Konflikte austragen. Nicht nur privat, sondern gerade auch im beruflichen Umfeld lässt sich das kaum vermeiden. Nun sind Konflikte und die kritische Auseinandersetzung im Sinne einer positiven Streitkultur nicht schädlich. Im Gegenteil, sie können eine Sache auch durchaus voranbringen. Schwierig wird es allerdings, wenn Emotionen ins Spiel kommen.

Ich bin nicht besonders stolz darauf, aber ich gebe offen zu, dass ich schon oft sehr genervt war. Sie kennen das sicher auch. Man arbeitet mit Hochdruck auf eine enge Deadline hin und nach etlichen Nachtschichten, wird das Projekt mehr oder weniger kommentarlos gecancelt. Ihr Chef kritisiert Sie und Ihr Team, ohne dass Sie nachvollziehen können, warum eigentlich. Ein Kollege versetzt Sie wieder einmal und alles bleibt an Ihnen hängen. Ich bin sicher, Sie können die Liste ohne Probleme ergänzen.

In Situationen wie diesen sind wir sehr schnell in dem so genannten Kampf- oder Flucht-Modus – eine klassische Stressreaktion. Ihr Gehirn veranlasst sofort einen Adrenalin-Ausstoß, Ihre Atemfrequenz nimmt zu und Ihr Herzschlag steigt. Das Problem dabei: In diesem Status kann es schnell passieren, dass man nicht mehr klar denkt, andere für die Misere beschuldigt und Dinge sagt, die man später bereut. Konflikte sind da programmiert.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Albert Einstein

Verstehen Sie mich nicht falsch, es ist völlig normal, emotional zu reagieren – auch im Berufsleben. Negative Emotionen lassen sich nicht einfach abschalten, nur weil Sie gerade am Schreibtisch sitzen. Aber es ist wichtig, dass Sie mit diesen Emotionen professionell umgehen und ebenso professionell kommunizieren. Tatsächlich denke ich, dass dies ein ganz wesentlicher Faktor für emotionale Intelligenz ist, die Sie zu einer besseren Führungskraft machen kann.

Wenn Sie also nicht in dem Ruf stehen wollen, dass Sie launisch oder cholerisch sind oder sich zumindest nicht richtig im Griff haben, gibt es hier drei Tipps, wie Sie mit Ärger und Konflikten am Arbeitsplatz umgehen können.

Lassen Sie Emotionen zu

Wenn Sie ärgerlich werden, versuchen Sie nicht gleich, sich zu beruhigen oder – wenn Sie ein anderer Typ sind – anderen die Schuld zuzuweisen bzw. laut zu werden. Erkennen Sie einfach an, dass Sie sauer sind. Und finden Sie dann einen Weg, wie Sie mit Ihrem Ärger konstruktiv umgehen können.

Ein guter Satz dazu ist: „Was ich gerade fühle ist ganz normal. Trotzdem möchte ich mich nicht ärgern.“ Damit ist der erste Schritt schon gemacht, Sie werden ruhiger und können sich auf eine Lösung fokussieren.

Wenn Sie dazu neigen, sich schnell aufzuregen, können Sie Ihre Emotionen auch unterbrechen. Zum Beispiel können Sie deutlich „Jetzt nicht!“ oder „Stopp!“ sagen, wenn Sie merken, dass Sie gleich explodieren. Das funktioniert auch, wenn Sie es denken, aber wenn Sie die Möglichkeit haben, es laut auszusprechen, hat es meistens noch mehr Wirkung.

Seien Sie achtsam mit Ihren Worten

Konflikte können uns wütend machen. Wer wütend ist, neigt dazu, Dinge zu sagen, die man hinterher bedauert. Deshalb kann es sinnvoll sein, nicht sofort zu reagieren, sondern sich erst einmal bewusst zu machen, warum man so ärgerlich ist und wie Sie es am besten adressieren. Es kann auch helfen, eine E-Mail nicht abzuschicken, sondern einfach zu schließen und später noch mal anzuschauen.

Ansonsten überlegen Sie, wie Sie die Person, mit der Sie sprechen wollen, am besten erreichen. Ist Ihr Chef zum Beispiel sehr geradeheraus, dann können Sie Ihr Thema auch direkt adressieren. Wissen Sie aber, dass Ihr Kollege eher empfindlich ist, sollten Sie vorsichtiger sein. In jedem Fall sollten Sie keine pauschalen Vorwürfe äußern, sondern die Angelegenheit aus Ihrer Perspektive beschreiben. Und fragen Sie Ihren Gesprächspartner auch direkt, wie er die Situation erlebt hat.

Fokussieren Sie sich auf die Lösung, nicht auf das Problem

So lange Sie sich noch über das Problem aufregen, bleiben Sie in einer negativen Stimmung. Sie stecken dann in Ihrem Konflikt fest und sind nicht in der Lage, eine gute und konstruktive Lösung zu finden. Genau das sollten Sie aber tun. Und denken Sie auch daran, dass Sie, wenn Sie nicht Teil des Problems sind, nicht Teil der Lösung sein können. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen. Denn nur so können Sie eine Veränderung einleiten.

In schwierigen Situationen fällt den meisten Menschen auch die Kommunikation nicht leicht. Wie so oft stehen uns Ego, Gedanken und Emotionen im Weg. Wenn Sie wissen wollen, wie Sie besser in solchen Situationen kommunizieren können, schreiben Sie mir und wir sprechen über Ihr Anliegen.