Kann man Storytelling lernen?

Führungskommunikation braucht strategisches Storytelling

Vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Interessenten für ein Kommunikations-Coaching. Wie so viele, interessierte er sich besonders für Storytelling und fragte, ob und wie man das wohl lernen könne. Sein Chef hatte ihm nämlich empfohlen, er solle doch mehr Storytelling machen. „Einfach mal machen“ ist natürlich eine mögliche Herangehensweise. Man kann dabei aber auch einfach mal viel falsch machen. Strategisches Storytelling im beruflichen Kontext und mit einem bestimmten Ziel ist schon etwas anderes, als Geschichten in einer netten Runde mit Freunden zu teilen. (Und selbst das kann dramatisch schief gehen, wenn Sie zu viele langweilige Geschichten aus dem letzten Urlaub erzählen.) Der wichtigste Unterschied: Sie erzählen nie eine Geschichte nur so.

Strategisches Storytelling hat ein Ziel

Von daher ist es eine gute Idee, die Sache auch strategisch anzugehen. Das bietet sich für Ihre berufliche Kommunikation ohnehin immer an – und nicht nur beim Storytelling. Und es gilt umso mehr, wenn Sie sich mit freien Reden, Präsentationen usw. ohnehin schwertun.

Und um die Frage vom Anfang zu beantworten: Ja, Sie können Storytelling lernen. Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass Sie ein brillanter Redner werden, aber Sie können lernen, wie Sie Geschichten sinnvoll in Ihre Kommunikation einbauen und dabei authentisch bleiben.

Warum sollten Sie Storytelling überhaupt in Ihre Kommunikation einbauen?

Ich habe ja viele Jahre meines Berufslebens in verschiedenen Technologieunternehmen verbracht, dabei viele Reden vorbereitet und geschrieben und noch mehr Reden und Präsentationen gesehen und gehört. Meine Erfahrung ist, dass die wenigsten Führungskräfte (inklusive der Top-Executives) regelmäßig Storytelling in ihrer Kommunikation nutzen. Was zählt sind Zahlen, Daten und Fakten.

Doch wenn Sie etwas bewegen, verändern oder erreichen wollen, reicht das einfach nicht aus. Dazu brauchen Emotion, um eine Verbindung zu Ihren Zuhörern oder Gesprächspartnern herzustellen und Vertrauen aufzubauen.

Mal abgesehen davon, dass sich sowieso niemand die ganzen Zahlen merken kann, die sie ohne eine stimmige Geschichte, präsentieren. Wenn Sie aber die Fakten mit Storytelling ergänzen, können Sie sicher sein, dass mehr hängen bleibt.

Und es ist Ihre Aufgabe, Ihr Anliegen so zu kommunizieren, dass es gut ankommt. Wenn Sie glauben, dass Ihre Zuhörer „es doch wohl verstehen müssen“, liegen Sie falsch.

Warum machen Sie also überhaupt Storytelling? Genau: Sie wollen ein Ziel erreichen, nämlich in der Regel Ihre Zuhörer für etwas zu begeistern und sie zum Handeln zu bewegen.

Bevor Sie also mit Storytelling beginnen, sollten Sie sich immer überlegen:

  • Welches Ziel Sie erreichen wollen
  • Wie eine Geschichte dazu beitragen kann, das Ziel zu erreichen
  • Was Sie erzählen wollen und
  • Welchen Effekt diese Geschichte bei Ihren Zuhörern (=Ihre Zielgruppe) auslöst.

Und genau da liegt das Problem der Hands-on-Mentalität à la „jetzt machen wir mal Storytelling“. Der Ansatz geht unweigerlich schief, wenn Sie nicht vorher die Grundlagen schaffen. Und je wichtiger Ihr Ziel ist, desto wichtiger ist es, dass Sie Ihre Kommunikation entsprechend planen und aufsetzen.

Checkliste für Ihr Storytelling

Für strategisch denkende und handelnde Führungskräfte ist strategisches Storytelling ein ausgesprochen wirksames Instrument in ihrer persönlichen Kommunikation, insbesondere in Veränderungssituation, Strategieprozessen und für das Kommunizieren von neuen strategischen Zielen. So können Sie Ihre Kollegen und Mitarbeitenden mit auf eine Reise nehmen und ein gemeinsames Verständnis und mehr Commitment erzeugen.

Wollen Sie wissen, wie Sie Storytelling in Ihrer Kommunikation besser nutzen können. Dann schauen Sie sich doch mal meine Checkliste Storytelling an.