Wie treffen Sie Entscheidungen?

Entscheidungen zu treffen ist nicht immer leicht, entscheidungen, Entscheidung

Wie entscheiden Sie? Wir treffen alle ständig Entscheidungen – jeden Tag. Und in den allermeisten Fällen denken wir nicht mal darüber nach. Im Alltag ist das auch meistens nicht nötig (auch wenn es für manche von uns morgens schon schwierig ist, sich zum Aufstehen zu entscheiden). Aber wie entscheiden Sie in Ihrem beruflichen Alltag? Mit dem Kopf? Aus dem Bauch? Schnell und spontan? Rational und überlegt? Brauchen Sie (mehr) Zeit? Sind Sie unter Druck?

Ich war vor kurzem bei der Preisverleihung den Entscheidungsmacher 2019. Und an dem Abend drehte sich – natürlich – fast alles um die Art, wie Manager entscheiden.

Denn ganz einfach ist das ja nicht mit den Entscheidungen, gerade in Zeiten von Digitalisierung, Globalisierung und der Informationsflut. Es war sicher schon mal einfacher, gute Entscheidungen zu treffen. Und gerade deshalb ist heute Entscheidungsstärke eine der wichtigsten Eigenschaften, die Führungskräfte haben müssen, um erfolgreich zu sein.

Zurück zu meiner Anfangsfrage: Wie entscheiden Sie?

Man sollte meinen, dass der „Homo oeconomicus“, also der rationale Mensch, zu dem wir Top-Manager wohl zählen dürfen, vernünftig und überlegt entscheidet. Aber das ist eine Illusion. Menschen sind emotional und unser Verstand wird maßgeblich von unseren Gefühlen gesteuert.

Das kam auch bei den Entscheidungsmachern klar rüber. Gute Entscheidungen sind für sie schnelle und klare Entscheidungen. Natürlich auf Basis von Daten und Fakten. Aber eben auch mit einem guten Stück Intuition – also irgendwo zwischen Kopf, Erfahrungswissen und Bauch.

Klare Entscheidungen sind gut

Und das ist auch gut so. Unser Gehirn ist eben kein Computer. Das Zusammenspiel von Verstand und Emotionen ist unsere große Stärke. Und umso wichtiger ist es, sich dieses Zusammenspiels bewusst zu sein. Rein rationale Entscheidungen gibt es nicht – auch wenn Sie das vielleicht glauben. Es gibt aber sehr wohl Entscheidungen, die gut durchdacht sind. Und die vielleicht sogar dem ersten Gedanken, der eigenen Intuition entsprechen.

Wenn Sie das als Bestätigung Ihrer Entscheidung nehmen, sollten Sie wissen, dass Sie sich nicht immer auf Ihre Intuition verlassen dürfen. Denn diese kann uns ganz schön in die Irre führen. In dem Zusammenspiel von Verstand und Emotionen, sind die Emotionen immer schneller und sorgen dafür, dass der Verstand die Begründungen findet, die zu unseren Überzeugungen und Gefühlen passen. Und so passiert es dann, dass man sich bei einer Entscheidung mit einer vermeintlich rationalen Begründung selbst hinters Licht führt.

Wer entscheidet, macht Fehler. Das lässt sich nicht vermeiden, gerade auch wenn es darum geht, unter Druck schnelle Entscheidungen zu treffen. Umso wichtiger ist es, dass wir wissen, wie wir Entscheidungen treffen. Es gibt immer mehrere Wahrheiten und wir suchen dabei die Wahrheit, wo wir emotional andocken können.

Es lohnt sich, für gute Entscheidungen bewusst Gefühle wahrzunehmen und mit Ihren Gedanken und Ideen zu verbinden. Wollen Sie es einmal ausprobieren? Dann empfehle ich Ihnen diese kleine Übung.

Denken Sie bitte an eine Entscheidungssituation, die für Sie schwierig war. Ob dies im beruflichen oder privaten Kontext war, ist egal.

  • Welche Gefühle waren daran beteiligt? Zu den menschlichen Grundgefühle gehören zum Beispiel Angst, Freude, Trauer, Liebe, Wut und Neugier.
  • Meistens sind in Entscheidungssituationen mehrere Gefühle beteiligt. Versuchen Sie deshalb auch, sich daran zu erinnern, in welcher Reihenfolge Sie diese Gefühle wahrgenommen haben.
  • Nach welchem dieser Gefühle haben Sie am Ende gehandelt?

Entscheidungen können sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welches Gefühl überwiegt. Nehmen wir mal an, es geht um einen möglichen Jobwechsel. Wenn Sie davor Angst haben, dann werden Sie mutmaßlich gute Argumente gegen diesen Wechsel finden. Dagegen könnte Ihre Entscheidung ganz anders ausfallen, wenn Sie sich auf eine neue Herausforderung freuen.

Kopf und Bauch spielen zusammen

Mit dieser Übung schulen Sie Ihre Wahrnehmung und machen sich bewusst, wie Kopf und Bauch bei der Entscheidungsfindung zusammenspielen. Wenn Sie sich Ihre Gefühle bewusst machen, können Sie sie aktiv hinterfragen. Wichtig ist dabei, dass Sie Ihre Antworten immer weiter hinterfragen. Ihre erste Antwort auf die Frage, warum Sie Angst haben, wird sehr wahrscheinlich noch nicht der wahre Grund sein.

Falls Sie sich mit der Übung schwer tun, sollten Sie sie häufiger wiederholen. Ganz grundsätzlich können Sie aber mit der Übung in allen Entscheidungssituationen gut Klarheit für sich schaffen.

Entscheidungen zu treffen, ist das eine – die Umsetzung das andere. Verpassen Sie dazu nicht meinen nächsten Post, bei dem es darum geht, mit wirksamer Kommunikation den Weg für die Umsetzung zu bereiten.