Wie uns unsere Stories beeinflussen

Unsere eigenen Geschichten beeinflussen und ohne dass wir es merken. Aber das kann man ändern.

Seit einiger Zeit höre ich morgens im Auto Podcasts. Ich gebe zu, dass ich auf diesen Trend erst relativ spät aufgesprungen bin, aber ich habe in den letzten Wochen schon viel erfahren und gelernt. Warum erzähle ich Ihnen das? Weil mich heute ein Podcast fast umgehauen hat.

Ich habe in den letzten Wochen relativ viel darüber geschrieben, wie Ihre inneren Stories Sie beeinflussen können, ohne dass Sie es bewusst merken. Wir haben täglich so um die 70.000 Gedanken – und allein die Größe der Zahl macht klar, dass wir die meisten dieser Gedanken überhaupt nicht wahrnehmen können. Das geht einfach alles viel zu schnell. Dazu gehören vor allem unsere Überzeugungen und Werte, die maßgeblich unsere Glaubenssätze mit den dazu passenden Stories. Und Sie wissen ja, dass diese inneren Geschichten uns voranbringen können, genauso aber auch stark blockieren können.

Deshalb macht es absolut Sinn, sich mit diesen Geschichten auseinanderzusetzen und die für uns nicht mehr passenden (negativen) Überzeugungen durch neue zu ersetzen.

Ein paar Beispiele wie diese Stories und beeinflussen? Wenn Sie schon als Kind gelernt haben, dass nur harte Arbeit zum Erfolg führt, werden Sie bei allem, was Ihnen leicht fällt, schnell denken, dass Sie den Erfolg nicht verdient haben. Oder wenn Sie die Erfahrung gemacht haben, dass Sie lieb oder besonders fleißig sein müssen, um Anerkennung zu bekommen, werden Sie wahrscheinlich auch als Erwachsener damit hadern, dass Sie nicht wahrgenommen bzw. nicht geliebt werden.

Googlen Sie ruhig mal unter Glaubenssätze, ich denke, Sie werden einiges finden, was auch für Sie passt.

Natürlich habe ich mich mit meinen Glaubenssätzen insbesondere seit meiner Ausbildung zum Business Coach intensiv auseinandergesetzt und auch mit meinen Kunden viel an deren Überzeugungen gearbeitet. Ich dachte, ich habe das für mich abgearbeitet. Doch dann stand ich heute früh im Stau und hörte diesen einen Satz:

Ich schaff das nicht!

Niemals hätte ich gedacht, dass dies ein Thema für mich sein könnte. Ich schaffe alles – naja, fast alles. Aber während Laura Seiler in ihrem Podcast darüber sprach, wie sie in Mathe total verzweifelte, traf mich fast der Schlag. Da waren auf einmal einigen Szenen mit einem meiner Mathelehrer und auch mit meinem Vater, die bei mir als Kind die Überzeugung hinterlassen haben: Ich schaff das nicht!

Dieser Glaubenssatz hat sich offensichtlich bei mir sehr gut in meinem Unterbewusstsein versteckt und mich trotzdem stark beeinflusst. Und mir ist klar geworden, dass ich nicht tief genug gebohrt habe und viel zu stark auf der rationalen Ebene geblieben bin.

Nun habe ich ja gerade schon gesagt, dass ich wirklich viel schaffe und von außen betrachtet sicher sehr erfolgreich bin. Aber es gibt auch immer wieder Phasen, in denen ich sehr dünnheutig auf Stress reagiere, in denen ich außer Arbeit nichts mehr kenne und mich regelrecht eingrabe. Und wenn ich diese Phasen jetzt mit etwas Abstand anschaue, dann war das nicht nur, weil ich so viel zu tun hatte, sondern auch, weil ich das Gefühl hatte, dass ich es nicht schaffe. Und das hatte für mich immer wieder in meiner Karriere durchaus auch gesundheitliche Auswirkungen. Zum Beispiel Bluthochdruck mit Anfang 30.

Ich bin sicher, nachdem ich das jetzt aufgedeckt habe, kann ich besser damit umgehen. Zum Beispiel, indem ich mich nicht eingrabe, sondern mein großartiges Team um Hilfe bitte. Meine Erfahrung ist, dass allein die Erkenntnis, dass man eine limitierende Überzeugung hat, schon die halbe Miete ist. Natürlich muss man dann weiter daran arbeiten.

Erkenntnis Nr. 1: Es ist anfangs gar nicht so schwierig, die unbewussten Glaubenssätze und all die Bullsh*t-Stories aufzuspüren, die uns immer noch beeinflussen. Doch das sind wahrscheinlich nur die Geschichten, die an der Oberfläche sind. Um an die harten Sachen zu kommen, muss man tiefer bohren. Und kommt sicher schneller voran, wenn man dabei Hilfe hat.

Erkenntnis Nr. 2: Wenn man denkt, dass man keine inneren Blockaden mehr hat, ist das wahrscheinlich die größte Blockade.

Wenn Sie wissen wollen, wie Sie Ihre inneren Geschichten umschreiben können, melden Sie bei mir. Ich unterstütze Sie gerne.