Warum Zuhören so wichtig ist

Aktives Zuhören sollte jede Führungskraft können

Praktisch jeder schätzt einen guten Zuhörer. Die Frage ist nur: Warum gibt es so wenige davon? Dabei sind persönliche Kompetenzen mehr denn je gefragt. Von Führungskräften wird heute selbstverständlich verlangt, dass sie über Coaching-Skills verfügen, ihre Mitarbeiter motivieren können und vor allen Dingen gut kommunizieren. Und zwar nicht nur im Sendemodus, sondern auch durch Zuhören und Fragen stellen.

Ich habe oft den Eindruck, dass viele Führungskräfte denken, dass sie gut zuhören können. Auf jeden Fall besser als der Durchschnitt. Ganz bestimmt. Doch gutes Zuhören ist mehr als Ihren Gesprächspartner reden zu lassen und dabei ein interessiertes Gesicht zu machen, gelegentlich ein paar Laute von sich zu geben und am Ende zu wiederholen, was der andere gesagt hat. Gutes Zuhören ist mehr.

Gutes Zuhören ist aktives Zuhören.

Wenn Sie Ihrem Gesprächspartner gegenübersitzen, ihn anschauen und gelegentlich nicken, gibt das Ihrem Gegenüber noch nicht die Sicherheit, dass Sie wirklich zuhören. Wenn Sie sinnvolle und gute Fragen stellen, sieht das ganz anders aus. Aber Achtung: Ihre Fragen sollen dabei helfen, Lösungen zu finden, Erkenntnisse zu bekommen und überholte oder falsche Annahmen oder Ansichten zu überwinden.

Es ist also nicht nur okay, sondern absolut wünschenswert, dass Sie sich als guter und aktiver Zuhörer einbringen – und so ein offenes und kooperatives Gespräch führen. Die Grundvoraussetzung dafür ist, dass Sie sich wirklich für Ihren Gesprächspartner und sein Thema interessieren und den ehrlichen Wunsch haben, ihn bei seinem Anliegen zu unterstützen.

Ihr Gespräch sollte kein Wettbewerb sein. Doch leider ist das gerade in Unternehmen häufig der Fall. Da wird schon mal nur zugehört, um Fehler zu finden, Schwächen auszunutzen und die eigene Position zu stärken. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin ein großer Fan einer konstruktiven Streitkultur und zutiefst davon überzeugt, dass Diskussionen gebraucht werden, um die beste Lösung zu finden. Und natürlich dürfen Sie auch als guter Zuhörer eine andere Meinung haben. Sie sollten nur immer vermitteln, dass es Ihnen nicht darum geht, zu gewinnen, sondern zu helfen.

Sind Sie schon mal dafür kritisiert worden, dass Sie nicht richtig zuhören, sondern gleich eine Lösung unterbreiten? Das kommt gerade bei Führungskräften nicht so selten vor (und wahrscheinlich kennen Sie mindestens eine Person, die das genau so macht…). Das ist schade, denn wahrscheinlich können Sie mit Ihren Vorschlägen wirklich helfen. Der Punkt ist der, dass Sie zunächst mit Ihrem aktiven Zuhören eine Beziehung zu Ihrem Gesprächspartner aufbauen. Wenn Sie sich Zeit nehmen, sich auf Ihr Gegenüber zu konzentrieren, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und die richtigen Fragen zu stellen, dann werden auch Ihre Vorschläge sicher geschätzt.

Was können Sie also tun, um ein besserer Zuhörer zu werden? Meine Tipps dazu:

  • Nehmen Sie sich Zeit für das Gespräch. Wenn Sie gerade keine Zeit haben, sagen Sie es und vereinbaren Sie einen Termin. Den sollten Sie aber auch einhalten.
  • Fokussieren Sie sich auf das Gespräch und Ihren Gesprächspartner. Lassen Sie sich nicht ablenken. Ihr Telefon hat dann Sendepause.
  • Schaffen Sie eine Atmosphäre, in der Ihr Gesprächspartner den Mut hat, offen zu reden. Gerade dann, wenn Sie Führungskraft sind und mit einem Mitarbeiter sprechen.
  • Hören Sie aktiv zu und stellen Sie Fragen, die Ihren Gesprächspartner weiterbringen.
  • Geben Sie Feedback und machen Sie auch Vorschläge. Aber versuchen Sie nicht, Ihre eigene Lösung durchzudrücken.

Sind Sie Führungskraft und wollen Ihre Kommunikation verbessern? Schreiben Sie mir, was Sie gerade beschäftigt und lassen Sie uns darüber reden.