Bist Du ein echter Storyteller?

Storyteller sind immer gut vorbereitet

Es ist gar nicht so einfach, passende Geschichten im beruflichen Kontext zu finden und interessant zu erzählen. Sicher, irgendwie gibt es schon die geborenen Storyteller, die immer und überall die passende Story zu haben scheinen. Aber die meisten Experten, Führungskräfte und Unternehmer sind eher unsicher. Mal abgesehen davon, dass ihnen spontan oft auch gar nichts einfällt.

Ich verrate Ihnen jetzt ein Geheimnis. Die meisten Storyteller, die scheinbar mühelos ihre Geschichten erzählen, machen das nicht spontan. Sie sind vielmehr sehr gut vorbereitet.

Ich habe in meinem Blog schon häufiger empfohlen, dass Sie sich einen Fundus an guten Stories zulegen solltest. Dabei bietet sich eine Mischung verschiedener Geschichten an. Zum Beispiel passen im Businessumfeld Erfolgsgeschichten von Menschen und Unternehmen sehr gut. Die Stories sind vor allem dann wirksam, wenn der Erfolg nicht einfach so über Nacht kam, sondern wenn auf dem Weg dorthin einige Hürden und Konflikte zu überwinden waren. Eine Story braucht eben Drama!

Storyteller wissen: Wir brauchen etwas Drama!

Gelegentlich können Sie auch Fabeln, Volksmärchen oder Legenden einbauen. Gerne genommen werden auch Geschichten aus den großen Religionen. Und selbstverständlich funktionieren auch kurze Geschichten prominenter Autoren, Philosophen, Schauspielern usw. Sie erinnern sich? Ich hatte Ihnen kürzlich ein Gedicht vorgestellt, das Charlie Chaplin zu seinem 70. Geburtstag verfasst hat.

Ein wahrer Fundus an guten Stories sind auch die TED-Talks oder in deutscher Sprache GEDANKENtanken. Hier finden Sie zu allen möglichen Themen inspirierende Storyteller.

Es versteht sich, dass Sie die Urheber dieser Geschichten nennen. Geben Sie niemals irgendwelche fremden Stories als Ihre eigenen aus. Mal abgesehen von allem anderen: Stellen Sie sich mal vor, wie peinlich und rufschädigend es wäre, wenn man Sie dabei erwischt.

Die Königsklasse: Ihre persönliche Geschichte

Und damit sind wir auch schon bei der Königsklasse von guten Stories im beruflichen Umfeld: Ihre persönlichen Geschichten. Ich weiß sehr gut, dass es gar nicht so einfach ist, solche Geschichten zu finden. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich gut vorbereiten.

Dazu habe ich einen praktischen Tipp, der beim kreativen Schreiben gerne verwendet wird: Der so genannte Story Prompt, also eine Anregung für eine Geschichte. Um diese Prompts zu finden, machen Sie sich bitte zwei Listen:

  1. Eine Liste mit Ereignissen, die Sie zu einer Story inspirieren könnten. Diese Ereignisse müssen nicht groß sein. Im Gegenteil: Oft funktionieren gerade die kleinen und alltäglichen Dinge besonders gut. Um eine erste Grundlage zu bekommen, nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit – am besten stellen Sie sich einen Wecker. Dann schreiben Sie so viele Ereignisse wie möglich auf, 20 sollten es mindestens sein. Schreiben Sie einfach, was Ihnen gerade einfällt und beurteilen Sie Ihre Ideen bitte nicht. Das machen Sie erst in einem späteren Schritt. Die Methode funktioniert vom Prinzip her ähnlich wie Brainstorming. Je mehr Ideen Sie generierst, umso besser. Wenn Sie den Grundstock gelegt haben, ergänen Sie die Liste, wann immer Ihnen etwas einfällt. Ich nutze dafür ganz oft auch meine Notizen-App, damit ich wirklich nichts vergesse.
  2. Auf Liste Nr. 2 schreiben Sie bitte mögliche Charaktere, die als Protagonisten in Ihrer Story auftauchen könnten. Das können zum Beispiel Kollegen sein, Freunde und Bekannte und natürlich auch Ihre Familie. Sie können außerdem auch auf historische Figuren, Wirtschaftsführer oder andere Prominente zurückgreifen, die Sie besonders faszinieren. Damit Ihre Geschichte persönlich wird, sollten Sie erzählen, warum Sie gerade von diesem Prominenten so beeindruckt sind. Das Verfahren ist genauso wie bei der ersten Liste. Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und legen Sie los. Am Ende sollten Sie mindestens 20 potenzielle Charaktere haben. Ach ja, auch wenn sich das eigentlich von selbst versteht: Bitte verwenden Sie keine Personen in Ihren Geschichten, wenn Sie nicht deren Einverständnis haben. Oder Sie machen sie unkenntlich, ändern den Namen oder sprechen zum Beispiel von „einem Kollegen“. Aber passen Sie bitte auf, dass der Betroffene nicht zu erkennen ist.

Was machen Sie dann mit diesen beiden Listen? Wahrscheinlich fallen Ihnen schon beim Schreiben die dazu gehörenden Stories ein. Machen Sie sich dazu kurze Notizen, damit Sie nichts vergessen. Und dann können Sie Schritt für Schritt Ihren Story-Fundus aufbauen. Mischen Sie die verschiedenen Formen und Erzählarten, so dass Sie über eine größere Auswahl verfügen.

Noch ein letzter Tipp: Erzählen Sie dieselbe Story nicht zu oft. Wenn das passiert, werden Sie Ihre Zuhörer nicht mehr inspirieren, sondern eher langweilen. Und das will kein Storyteller.

Sie haben schon eine Story geschrieben, aber Sie sind nicht sicher, ob Sie diese wirklich in Ihrem beruflichen Umfeld erzählen können? Mein Vorschlag: Buchen Sie für 29 Euro bei mir ein fundiertes Feedback zu Ihrer Story. Wenn Sie Interesse haben, schreiben Sie mir kurz mit dem Stichwort Feedback und ich melde mich umgehend mit allen Details bei Ihnen.