Warum Gewohnheiten so schwer zu ändern sind

Alte Gewohnheiten limitieren uns sehr häufig

Fällt es Ihnen auch so schwer, alte Gewohnheiten aufzugeben, obwohl Sie genau wissen, dass diese nicht gut für Sie sind? Fallen Ihnen neue Dinge, bei denen Sie raus aus Ihrer Komfortzone müssen, besonders schwer? Und können Sie trotz aller guten Vorsätze Veränderungen nicht dauerhaft durchhalten?

In diesem Sommer haben mein Mann und ich das erste Mal gefastet – eine ganze Woche lang. Ich hatte im Vorfeld mehrfach gelesen, dass Fasten wie ein Reset ist und man manche schlechte Angewohnheit einfach verschwindet. Das hat mich sehr fasziniert, wobei ich offen zugebe, dass ich nicht so richtig an einen Reset-Knopf glaube…

Beim Fasten habe ich einen erfolgreichen Bau-Unternehmer kennengelernt, der nicht nur sein Unternehmen erfolgreich aufgebaut hat und führt, sondern auch die Woche Fasten tapfer durchgehalten hat. Es war ein Kampf für ihn, aber er hat es geschafft. Und dann sagte er mir: „Zuhause schaffe ich das nie, mich vernünftig zu ernähren. Ich bin ein totaler Stressesser.“

Unsere Gewohnheiten limitieren uns

Warum fallen uns manche Sachen so leicht? Warum sind andere unendlich schwierig? Warum trauen wir uns manchmal an eine Sache partout nicht ran? Und warum starten wir dann wieder ein Projekt, das zunächst einmal viel zu anspruchsvoll aussieht?

Und warum traut sich mein mitfastender Unternehmer zu, eine ganze Woche nichts zu essen und kneift, wenn es um gesunde Ernährung zuhause geht?

Ganz häufig limitieren wir uns selbst. Es sind unsere Gedanken, die uns viel mehr beeinflussen als wir denken. Letztlich ist unser Gehirn vor allem darauf eingestellt, uns am Leben zu erhalten. Deshalb liebt es Gewohnheiten. Was wir kennen und regelmäßig machen, macht keinen Stress, verursacht keine Unsicherheit. Deshalb arbeitet insbesondere unser Unterbewusstsein immer fleißig daran, uns schön in der Komfortzone zu halten.

Veränderung? Bloß nicht!

Unser Unterbewusstsein zu überlisten, ist nicht ganz einfach. Aber sobald wir uns bewusst werden, dass wir uns gerade selbst schaden, können wir es ändern. Der erste Schritt ist dabei, sich darüber bewusst zu werden, was die Gründe für unser Verhalten sind.

Ich bin auch sehr lange ein Stressesser gewesen. Und ich habe es genauso lange einfach hingenommen bzw. als Ausrede benutzt. Bis ich mich dann auf die Suche nach den Gründen begeben habe. Ich will jetzt hier nicht alles aufzählen, aber ich habe mich über viele Jahre sehr stark über meinen beruflichen Erfolg und meine Leistung definiert. Ich wollte und brauchte Anerkennung. Wie viele Frauen habe ich auch eine gewisse Neigung zum Perfektionismus. Und wenn man dann nicht genug Anerkennung bekommt, braucht man eine Ersatzbefriedigung. Willkommen beim Stressessen.

Tückisch ist dabei, dass man in einer solchen Konstellation nie genug Anerkennung bekommt, unabhängig davon, wie sehr Sie in Wirklichkeit geschätzt werden. Aber wenn Sie sich dessen bewusst werden, haben Sie schon einen großen Schritt nach vorne gemacht und können Ihre schlechten Gewohnheiten endlich angehen.

Tatsächlich funktioniert das bei sehr vielen Menschen sehr gut, wenngleich es nicht immer leicht ist. Wenn Sie die Geschichten identifizieren, die Sie sich selbst erzählen, können Sie diese in der Regel gut gegen neue Stories austauschen.

Das funktioniert übrigens auch sehr gut, wenn Sie sich gar nicht an etwas Neues herantrauen. Das habe ich auch immer wieder bei meinen Storytelling-Klienten erlebt. Sie hatten gute Stories, aber sie haben sie nicht erzählt.

Warum? Weil sie Angst hatten, sich zu blamieren. Weil sie sich nicht zu verletzlich zeigen wollten. Weil sie befürchteten, dass sie ausgelacht werden oder nicht mehr dazu gehören.

Angst vor der Blamage

Aber so ehrlich sind wir oft nicht mit uns selbst. Stattdessen erfinden wir Geschichten. Zum Beispiel, dass unsere Story noch nicht gut genug ist. Oder wir eben Stressesser sind.

Es lohnt sich also sehr, Ihre schlechten Gewohnheiten einmal genauer anzuschauen und zu erforschen, was die Gründe dafür sind. Lassen Sie sich nicht mehr von Ihrem Unterbewusstsein begrenzen.

Noch zwei kurze Nachsätze:

  • Beim Storytelling geht es immer um Transformation. Stories, wie Sie Hindernisse überwunden haben, funktionieren immer sehr gut. Gerade auch dann, wenn es um innere Hindernisse geht.
  • Zum Thema Stressessen: Nach einem langen und anstrengenden Tag habe ich immer noch Lust darauf, etwas Leckeres zu essen – auch wenn ich keinen Hunger habe. Aber wenn die Lust auf Pizza auf der Heimfahrt plötzlich kommt, kann ich sie fast immer abschalten.  Weil ich weiß, dass die Lust auf Pizza & Co. nichts mit echtem Hunger zu tun hat.

Wenn Sie für Ihre Neuausrichtung Unterstützung brauchen, melden Sie sich bei mir. Schreiben Sie mir und wir besprechen verschiedene Möglichkeiten.