Wofür stehen Sie morgens auf?

Purpose ist eine Voraussetzung für authentische Führung

Kennen Sie schon Ikigai? Das aktuelle Trendwort kommt aus dem Japanischen und heißt frei übersetzt „wofür es sich zu leben lohnt“. Man könnte auch fragen: Wofür stehen Sie morgens auf? Ist es ein ungeliebter Job, das Hamsterrad, aus dem Sie nicht rauskommen? Oder fällt es Ihnen ganz leicht und Sie freuen sich auf den neuen Tag, weil Sie genau das tun, was Sie gerne machen und gut können?

Einige westliche Leadership-Konzepte haben sich mit dem „Purpose“ stark an Ikigai angelehnt. Egal, wie man es nennt, wenn man es schafft, Passion und Mission sowie Beruf und Berufung in Einklang zu bringen, hat man wohl die besten Voraussetzungen für ein sehr zufriedenstellendes Leben.

Das Thema hat mich in den letzten Wochen sehr beschäftigt. Ich habe in diesem Jahr nach mehr als 20 Jahren Corporate-Karriere mein Unternehmen gegründet. Es war nicht so, dass ich vorher unglücklich war, aber ich hatte einfach das Gefühlt, da geht noch mehr. Wenn ich jetzt mit Freunden, ehemaligen Kollegen und anderen Menschen aus meinem Netzwerk rede, gibt es recht unterschiedliche Reaktionen.

Über Willenskraft und Entschlossenheit

Viele freuen sich und Ihr Feedback geht immer in die Richtung, dass sie es großartig finden und ich genau das Richtige machen. Andere hingegen stellen mir mit erheblichem Unverständnis die Frage, warum ich das denn gemacht habe.

Ich gebe zu, über die zweite Reaktion war ich am Anfang sehr irritiert. Denn schließlich hatte ich eine bewusste Entscheidung getroffen und diese noch nicht eine Minute bereut. Im Gegenteil: Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Freude an meiner Arbeit. Ich bin sicher, dass ich meinen Purpose oder Ikigai gefunden habe.

Heute habe ich im Blog von Benjamin P. Hardy  dazu einen interessanten Gedanken entdeckt. Er schreibt: „Wenn Ihr Leben Willenskraft braucht, haben Sie noch nicht entdeckt, was Sie wirklich wollen“. Und deshalb führen Sie noch mit sich selbst Debatten. Ich glaube, wir kennen das alle: Soll ich, soll ich nicht…

Es geht aber noch viel weiter. Wenn man nicht wirklich entschlossen ist, blockiert man sich selbst und wird selbst mit größter Willenskraft nicht die besten Fortschritte und Ergebnisse erzielen. Erst wenn man sich mit Kopf und Herz entschieden hat, sind alle Zweifel weg und man weiß genau, was man zu tun hat.

Den eigenen Sweet Spot finden

Natürlich gibt es in unser aller Leben Zwänge, aus denen wir uns nicht lösen können bzw. wollen. Und es ist auch wirklich nicht einfach, diesen Sweet Spot, an dem sich Passion, Mission, Beruf und Berufung treffen, zu finden. Aber es lohnt sich, darüber nachzudenken – gerade auch für Führungskräfte.

Authentische Führung meint nicht, dass Sie alle Ihre Charaktereigenschaften ausleben. Es geht vielmehr darum, dass Sie aus Überzeugung handeln und dies auch genauso überzeugt kommunizieren. Und nur so werden Sie Ihre Mitarbeiter dauerhaft motivieren können.

Related Posts