So gibt es keinen Zoff an Weihnachten

Gewaltfreie Kommunikation

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Haben Sie schon alle Geschenke? Steht der Tannenbaum? Wissen Sie, was Sie kochen wollen? Haben Sie schon eingekauft? Auf die letzten Tage wird es eigentlich immer hektisch. Und von der fröhlich-besinnlichen Adventszeit merkt man kaum noch etwas. Stattdessen Stress und Gereiztheit – und damit verbunden eine entsprechende Kommunikation. Kein Wunder eigentlich, dass es an Weihnachten oft Zoff gibt.

Als Business Coach liegt mein Schwerpunkt in erster Linie auf Ihrer beruflichen Kommunikation. Aber aus aktuellem Anlass möchte ich heute mal ein eher privates Thema aufgreifen. Wobei Sie ohnehin die meisten Kommunikationstipps privat wie beruflich anwenden können.

Gewaltfreie Kommunikation hilft

Haben Sie schon mal von gewaltfreier Kommunikation gehört? Das ist ein Konzept, das von dem amerikanischen Psychologen Marshall B. Rosenberg in den frühen 60er Jahren entwickelt wurde. Das Ziel ist, dass der Kommunikationsfluss zu mehr Vertrauen und Freude führt. Die gewaltfreie Kommunikation lässt sich im Alltag gut einsetzen. Sie hilft zudem ganz stark bei der friedlichen Konfliktlösung – auch hier wieder sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. Wenn Sie gewaltfrei kommunizieren, wollen Sie Ihren Gesprächspartner nicht von etwas überzeugen oder ihn zu einer bestimmten Handlungsweise bringen. Es geht primär darum, die Bedürfnisse des anderen zu verstehen und eine wertschätzende Beziehung zueinander aufzubauen.

Zur gewaltfreien Kommunikation gehören viele Elemente, die Sie auch aus anderen Kommunikationsmodellen kennen. Zum Beispiel das aktive Zuhören und dass Kommunikation immer eine Sach- und eine Beziehungsebene hat.

Und wie hilft Ihnen das an Weihnachten? Viele familiäre Konflikte entstehen aus den unterschiedlichen Erwartungen innerhalb der Familie, die meistens allesamt nicht klar kommuniziert werden und dann auf ebenfalls nicht klare individuelle Bedürfnisse treffen.

Das kann relativ harmlos sein und trotzdem für richtig Zoff sorgen. Der Klassiker dürfte sein, dass die Mutter sich ärgert oder traurig ist, dass der studierende Sohn, der nur über die Feiertage zuhause ist, am späten Heiligabend noch Freunde in der Kneipe treffen will, statt daheim zu bleiben. Wenn sich beide bewusstmachen, welche Bedürfnisse der andere hat, ist der erste Schritt zu einer gemeinsamen Konfliktlösung schon gemacht. Schwieriger ist es, wenn es ganz grundlegende Konflikte, zum Beispiel über Lebensentwürfe, geht. Aber auch hier hilft die gewaltfreie Kommunikation.

Die richtige Einstellung

Was können Sie ganz konkret tun? Mein Tipp: Denken Sie nicht daran, dass es bestimmt wieder Krach mit Vater, Mutter oder Tante geben wird, sondern überlegen Sie schon jetzt, warum diese immer die gleichen nervigen Fragen stellen, auf die Sie so allergisch reagieren. Welche Bedürfnisse stecken dahinter? Und wie können Sie mit diesen Bedürfnissen umgehen? Das heißt nicht, dass Sie sich verbiegen sollen. Bleiben Sie bei Ihrer Haltung. Aber kommunizieren Sie anders.

In unserem Beispiel von oben könnten Sie als Sohn oder Tochter zum Beispiel Ihrer Mutter sagen: „Ich verstehe, dass Du gerne noch mehr Zeit mit mir verbringen willst, weil wir uns ja nur so wenig sehen. Aber Du verstehst doch sicher auch, dass ich meine Freunde ebenfalls sehen möchte. Das schaffen wir nur einmal im Jahr.“ Und schon haben Sie eine ganz andere Basis. Und wenn Sie dann noch anbieten, dass Sie am 1. Weihnachtsfeiertag doch gemeinsam gemütlich frühstücken, dürfte der Streit gar nicht erst auftreten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei und wünsche Ihnen frohe Weihnachten.

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